Von Auftragsmördern und jungen Europäern (Die Nachrichten der Woche)

Auch in dieser kleine Ecke der Welt gibt es einen Aufreger der Woche:
Das Thema beschäftigt die Medien hier im Kosovo seit einigen Tagen und schafft es damit sogar fast, die kürzlich abgehaltenen Kommunalwahlen aus dem Fokus der Öffentlichkeit zu verdrängen:

Ehemaliger Kämpfer der Befreiungsarmee UCK gesteht Auftragsmorde.
Er trat am Sonntag in Pristina vor Journalisten auf und gestand, 17 Verbrechen begangen zu haben, darunter Auftragsmorde, Anschläge, Erpressungen und Folter. Er habe seit Kriegsende 1999 für den Geheimdienst SHIK gearbeitet, dieser Nachrichtendienst wurde während des Krieges von der Kosovo-Befreiungsarmee UCK aufgebaut und stellte sich nach dem Konflikt in den Dienst der Demokratischen Partei Kosovos (PDK) des heutigen Ministerpräsidenten Hashim Thaci.

(mehr hier und hier)

Es kursiert auch eine DVD mit seinem ausführlichen Geständnis. Derzeit steht er unter Hausarrest, es gelang ihm aber trotzdem, diversen Medien Interviews zu geben. Was nun wirklich dran ist an der Geschichte, ob hier intensive Verstrickungen von Politik und organisierter Kriminalität bestehen oder der gute Herr Bllaca nur ein Angeber und Gernegroß ist, wird sich eventuell im Laufe der Zeit zeigen, vielleicht auch nicht. Vielleicht liegt die Wahrheit aber auch wie so oft in der Mitte.

Aber noch ein paar gute Neuigkeiten: balkantravellers.com berichtet, dass die American Tourism Society (ATS) im Oktober 2010 ihre Herbst-Versammlung in Pristina abhalten will.
Dort ist zu lesen: “Kosovo is a perfect example of what ATS’s mission is about,” Phil Otterson, ATS President, said in a statement, which is “assisting transformational destinations with tourism marketing skills, training through the onsite ATS tourism college program, and educating ATS members about the newest destinations. (…) ”



Das ergänzt dann auch die Imagekampagne, die kürzlich von der israelischen Werbeagentur Saatchi & Saatchi lanciert wurde. Ein meiner Meinung nach ganz gelungener Auftritt, der Werbespot zur Branding-Kampagne ist auch schon in internationalen Medien (BBC, CNN, Euronews, Al-Jazeera) zu sehen und spielt mal wieder mit dem (hier gerne verwendeten) doppeldeutigen Superlativ „jüngster Staat Europas“.

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