Jahresendpause

Liebe Leser, ich verabschiede mich in den Weihnachtsurlaub nach Deutschland und wünsche euch allen ein paar schöne Festtage. Im neuen Jahr wird weitergepostet.

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Das neunthässlichste Gebäude der Welt?

Ich weiß nicht, ob ich dem so zustimmen kann:

Virtualtourist.com hat seine jährliche Liste der 10 hässlichsten Gebäude der Welt veröffentlicht. Hier die TOP 5:

1 – Morris A. Mechanic Theater in Baltimore, Maryland, USA
2 – Zizkov TV Tower, Prag, CZ
3 – Parliament Building, Wellington, NZ
4 – Centre Pompidou, Paris, FRA
5 – Federation Square, Melbourne, AUS

Soweit der Anfang der Liste. Es folgen Bauwerke in Rio, Richmond, Toronto und Pjöngjang. Auffällig in diesem Zusammenhang und hier besonders erwähnenswert ist die Nummer 9: Die Nationalbibliothek in Pristina. Ich habe sie ja schon an früherer Stelle gewürdigt und ich weiß, dass sie inzwischen einige Fans gewonnen hat.

Zunächst muss man natürlich sagen, dass diese Liste nicht glaubwürdig ist, ja eigentlich keine Legitimation besitzt, denn das ALEXA in Berlin steht nicht drauf, auch nicht auf der Liste des Vorjahres.

Ausserdem stellt der Platz auf dieser Liste ja auch keine besondere Schande dar, steht die Bibliothek doch in prominenter Gesellschaft: Ich zB finde das Beaubourg (Centre Pompidou -4) in seiner Klotzigkeit und Verworrenheit auch ganz sehenswert. Wenn die UFO-Bibliothek so also auch mal ein wenig Aufmerksamkeit bekommen, sei’s drum.

Virtualtourist sagt: „It’s hard to know whether the honeycomb-pattern mesh that coats the outside of this library enhances or worsens this bizarre structure. It’s been said that when the building first opened, some thought the giant net-like feature was actually scaffolding.

Gerüchteweise wurde mir übrigens zugetragen, dass das Gebäude eigentlich für eine Hauptstadt im Nahen Osten konzipiert wurde, es dann dort aber irgendwelche Probleme gab, das Ding zu bauen. Dann soll Jugoslawien kurzentschlossen die Gelegenheit genutzt haben und das ganze Konzept und die Materialien aufgekauft haben. Aber wie gesagt, das ist leider nur ein schönes Gerücht, wenn auch ein glaubwürdiges. Das konnte aber weder durch meine Reiseführer noch landeskundliche Literatur bestätigt werden, weshalb ich es wohl weiterhin ins Reich der Märchen verbannen muss.

(via)

Rauchen verboten?

Der Urlaub in Istanbul war sehr schön. Und eigentlich ist es ja auch müßig, hier jetzt zu schreiben wie toll diese Stadt ist, davon kann man ja im Netz wirklich genug lesen. Deshalb und weil ich mich größtenteils darauf beschränkt habe, durch die Strassen zu laufen und die Stadt zu geniessen, gibt es jetzt auch nur 2 Bilder:

Und eine Auffälligkeit, die ich nicht verstehe (obwohl ich natürlich diverse Theorien dazu habe): In Istanbul herrscht inzwischen ein umfassendes Rauchverbot in Restaurants und öffentlichen Räumen:

Wieso ist die Strafe exakt 69 Lira (ca. 35 EUR)? Wo doch 70 so handlich wären?
Und warum kostet es auf den Prinzeninseln (vor Istanbul) exakt 70 Lira? Hängt es damit zusammen, dass man dort nur mit der Fähre hinkommt, die ihrerseits nochmal je Fahrt 3 Lira kostet?

Erklärungen willkommen.

Von Auftragsmördern und jungen Europäern (Die Nachrichten der Woche)

Auch in dieser kleine Ecke der Welt gibt es einen Aufreger der Woche:
Das Thema beschäftigt die Medien hier im Kosovo seit einigen Tagen und schafft es damit sogar fast, die kürzlich abgehaltenen Kommunalwahlen aus dem Fokus der Öffentlichkeit zu verdrängen:

Ehemaliger Kämpfer der Befreiungsarmee UCK gesteht Auftragsmorde.
Er trat am Sonntag in Pristina vor Journalisten auf und gestand, 17 Verbrechen begangen zu haben, darunter Auftragsmorde, Anschläge, Erpressungen und Folter. Er habe seit Kriegsende 1999 für den Geheimdienst SHIK gearbeitet, dieser Nachrichtendienst wurde während des Krieges von der Kosovo-Befreiungsarmee UCK aufgebaut und stellte sich nach dem Konflikt in den Dienst der Demokratischen Partei Kosovos (PDK) des heutigen Ministerpräsidenten Hashim Thaci.

(mehr hier und hier)

Es kursiert auch eine DVD mit seinem ausführlichen Geständnis. Derzeit steht er unter Hausarrest, es gelang ihm aber trotzdem, diversen Medien Interviews zu geben. Was nun wirklich dran ist an der Geschichte, ob hier intensive Verstrickungen von Politik und organisierter Kriminalität bestehen oder der gute Herr Bllaca nur ein Angeber und Gernegroß ist, wird sich eventuell im Laufe der Zeit zeigen, vielleicht auch nicht. Vielleicht liegt die Wahrheit aber auch wie so oft in der Mitte.

Aber noch ein paar gute Neuigkeiten: balkantravellers.com berichtet, dass die American Tourism Society (ATS) im Oktober 2010 ihre Herbst-Versammlung in Pristina abhalten will.
Dort ist zu lesen: “Kosovo is a perfect example of what ATS’s mission is about,” Phil Otterson, ATS President, said in a statement, which is “assisting transformational destinations with tourism marketing skills, training through the onsite ATS tourism college program, and educating ATS members about the newest destinations. (…) ”



Das ergänzt dann auch die Imagekampagne, die kürzlich von der israelischen Werbeagentur Saatchi & Saatchi lanciert wurde. Ein meiner Meinung nach ganz gelungener Auftritt, der Werbespot zur Branding-Kampagne ist auch schon in internationalen Medien (BBC, CNN, Euronews, Al-Jazeera) zu sehen und spielt mal wieder mit dem (hier gerne verwendeten) doppeldeutigen Superlativ „jüngster Staat Europas“.

Bildermix Pristina

Kleiner Fotostreifzug durch die Inennstadt.

Achja: für mehr vorweihnachtliche Stimmung im Blog hat WordPress ein wenig Schneegestöber spendiert. Viel Spaß damit!

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